Warum gibt es Leid?

 

Definition:

Theos und dike = Rechtfertigung Gottes. Es versucht zu klären, wie das Elend und Leid mit einem gütigen und allmächtigen Gott in Einklang zu bringen ist.

 

Unterscheidung in:

Physikalisches/ Natürliches Übel:

Ein vereinzelt, vorkommender Defekt der Naturverordnung (z.B. Blindheit von Geburt an)

Moralisches Übel:

Das vom Menschen verursachte Übel, anderen zugefügtes Leid, hierzu gehört alles, was dem Willen Gottes widerspricht

 

Wie kann Gott das zulassen:

 

Theodizee-Problem:

Das Theodizee-Problem beschäftigt sich damit ob es, wenn Elend und Leid existiert, überhaupt einen Gott gibt. = “Fels des Atheismus“

 

Gott und das Leid:

Leid ist ein, nach den Gesetzmäßigkeiten der Biologie, vorgegebenes Naturphänomen, welches im Kampf ums überleben entsteht. Von Gott erschaffen, aber nicht weiter von ihm beeinflusst (-> Deismus: Entwicklungspotenzial der Welt ohne Einfluss Gottes)

Leid ist eine Erfahrung des Menschen, welche ihm hilft sich weiterzuentwickeln (neue Sichtweisen) und zu reifen, er kann dem Leid somit begegnen.

Gott leidet mit uns mit (-> solidarisch) und setzt sich für Leidende ein, auch er selbst leidet (s. Jesus Christus).

Durch den von Gott geschenkten freien Willen, haben die Menschen die Möglichkeit, sich für das schlechte zu entscheiden und somit sich und ihren Nächsten Leid zuzufügen.

So wie die Menschen Gott nicht hinterfragen, sollten sie auch das Leid nicht hinterfragen, denn die Liebe Gottes und das was er erschaffen hat, braucht keine Antwort. (Entlastung des Menschen mit der Annahme der Unbegreiflichkeit des Leides)

 

Free-will-defence:

= Verteidigung mit Hilfe der Willensfreiheit

 

Die Leiddeutung des Buches Ijob:

Charaktereigenschaften: gottesfürchtig, untadelig, meidet das Böse, fromm, rechtschaffen

Private Verhältnisse: vollkommenes Glück, sieben Söhne und drei Töchter, großer Besitz, unermesslicher Reichtum

Sündenverständnis im AT: Tun-Ergehen-Zusammenhang

Reaktion Ijobs:

Er reagiert mit Unverständnis (-> ist gottesfürchtig und gläubig, nicht an den Teufel gewendet, keine Sünde begangen, etc.) und fühlt sich von den Freunden bevormundet und herabgesetzt.

Elihus: Leid dient zur Erziehung und Rettung des Menschen (Warnung Gottes), Unbegreiflichkeit Gottes und die Aufforderung Gottes Gegenwart im Leid zu sehen

 

Die Welt nach Leibnitz:

Leibnitz geht davon aus, dass alles im Universum optimal angeordnet ist. Gott hat für uns die „Welt“ ausgesucht mit dem geringsten Übel. (Fast perfekte Welt, besser ging es nicht)